BAKS - Ordnung

Neue Ordnung für den Bezirksarbeitskreis Senioren (BAKS) 

Vorbemerkung: In einer älter werdenden Gesellschaft benötigen wir in unseren Gemeinden eine größere Aufmerksamkeit für die älter  werdenden Menschen, wenn wir  unseren seelsorgerlichen und diakonischen  Auftrag an den älteren Menschen ernst nehmen und ihm gerecht werden wollen.

„Gerade wir in der Kirche haben allen Grund, uns über das Bild vom älter werdenden Menschen, über das Bild vom Alter überhaupt zu verständigen.

Noch nie hatten Menschen soviel Zeit, jenseits ihrer Berufsphase über diese Dimension des Menschlichen so lange und - befreit von beruflicher Beanspruchung - so intensiv nachzudenken. Dafür von Seiten der Kirche durch Verkündigung, durch kulturelle Angebote, v.a. durch die Kirchenmusik Hilfen anzubieten, ist eine Chance und Aufgabe, der wir uns nicht entziehen können.

In dieser Hinsicht werden die auf Grund der demographischen Entwicklung zahlenmäßig zuneh-menden Alten zu einem Faktor, deren Auswirkung für unsere Gesellschaft, insbesondere für unsere Kirche noch längst nicht wahrgenommen, geschweige denn genutzt wird.“

 „Kirche und demographischer Wandel“  Prälat Hans-Dieter Wille, Heilbronn 

 

„Nicht nur in der Gesellschaft, sondern leider auch in Kirchengemeinden schaut man manchmal kritisch auf die treuen Alten. Es gibt eine Sorge, die Alten könnten zu dominant werden und die Jüngeren verdrängen. Dahinter steckt die Angst vor einem Imageverlust der Kirchengemeinde, als gäbe es Dynamik nur bei jungen Menschen. Deshalb sehen die meisten Gemeinden als wichtigstes Ziel ihrer Arbeit, vor allem die Jugend zu gewinnen und die Menschen zwischen 25 und 50 Jahren. Nun wird kein Mensch eine solche Bemühung für nicht angemessen oder unnötig empfinden. Zum Mehrgenerationenhaus gehören schließlich mehrere Generationen. Aber die älteren Menschen gelten in der Kirchengemeinde oft als diejenigen Gemeindeglieder, die selbstverständlich präsent sind. Sie erhalten Geburtstagsbesuche, sie besuchen den Gottesdienst am Sonntagmorgen. Daraus wird oft geschlossen, man müsse sich nicht noch zusätzlich um sie kümmern. Das stimmt mich nachdenklich und ich plädiere für eine angemessene Wahrnehmung älterer Gemeindeglieder.“

Bischofsbericht vor der Sommersynode Juli 2008   Landesbischof Frank Otfried July

 Um auf Bezirksebene und für die Gemeinden eine Arbeits- und Informationsstruktur aufbauen zu können, bietet der Bezirks-arbeitskreis Senioren (BAKS) eine gute Voraussetzung. Er hat bisher schon einiges angeboten und bewirkt und ist nun -  mit einer Ordnung -  für die Aufgaben der Zukunft mit einer guten Arbeitsgrundlage  versehen.

 

Ordnung für den Bezirksarbeitskreis Senioren (BAKS)

 1. Präambel

 Vor Gott gehören alle Generationen zusammen

Für Gott sind alte und junge Menschen gleichermaßen wertvoll. Dabei erfährt in der Bibel das Alter eine große Wertschätzung:

„Die gepflanzt sind im Hause des Herrn werden in den Vorhöfen unsres Gottes grünen. Und wenn sie auch alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein, dass sie verkündigen, wie der Herr es recht macht.“ (Psalm 92,14ff.)

Gott hat alte und junge Menschen zueinander gewiesen, wobei der Auftrag der Älteren an den Jüngeren darin besteht, lebendige Glaubenserfahrungen und –überlieferungen an die nächste Generation weiterzugeben; der Auftrag der Jüngeren besteht darin, den Älteren Wertschätzung entgegen zu bringen.

„Was wir gehört haben und wissen und unsere Väter uns erzählt haben, das wollen wir nicht verschweigen ihren Kindern; wir verkündigen dem kommenden Geschlecht den Ruhm des Herrn und seine Macht und seine Wunder, die er getan hat.“  (Psalm 78,3f.)

Für Gott ist die ältere Generation besonders im Blick

Weil sich die Geschichte Gottes mit einem Menschen über dessen gesamtes Leben erstreckt und die Zusage seines Beistands bis ins Alter Gültigkeit hat, sind Gott intensive Beziehungen zu Älteren sehr wichtig:

„Auch bis in euer Alter bin ich derselbe, und ich will euch tragen, bis ihr grau werdet. Ich habe es getan; ich will heben und tragen und erretten.“ (Jesaja 46,4)

Gottes Sicht ist: Das Alter ist kein zu fürchtender Zustand, sondern die Krönung des Lebens, weil es die Zeit des Reifens und der Ernte ist, geprägt von Einsicht und Erfahrung.

„Graue Haare sind eine Krone der Ehre; auf dem Weg der Gerechtigkeit wird sie gefunden.“ (Sprüche 16,31)

Gott beruft und befähigt auch die ältere Generation

Ältere Menschen sind heute im Blick auf ihre Gesundheit, Finanzen und Ausbildung wesentlich besser gestellt als frühere Generationen. Sie sind keine Problemgruppe, sondern eine Gruppe mit großem Potential. Sie haben Gaben und sie sind Gabe. Alter ist keine Restzeit, sondern eine eigenständige Lebensphase, die zum Teil mehr Freiheit und Möglichkeit bietet als die Berufs- und Familienphase.

Gott beruft dabei den älteren Menschen, sein Kind zu sein; reif und mündig zu werden; loszulassen und neu anzufangen; Gemeinschaft zu pflegen; Frucht zu bringen; sein Erbe weiterzugeben; Zeuge und Vorbild zu sein; die ewige Herrlichkeit zu ererben.

„Der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.“ (Philipper 1,6)


2. Zielsetzung

Ältere Menschen sind eine Zielgruppe der Gesellschaft und der Kirche, die aufgrund der demo-grafischen Entwicklung zunehmend an Gewicht gewinnt.

Der BAKS versteht sich dabei als Interessenvertretung von Gruppen, Kreisen, Vereinen und Projekten, die in den Kirchengemeinden des Kirchenbezirks Bernhausen im Sinne der landes-kirchlichen Ordnung mit und für Menschen ab der 3.Lebensphase arbeiten, sofern diese nicht bereits durch andere Zusammenschlüsse, z.B. der Männer- und Frauenarbeit und der Erwachsenen-bildung vertreten werden. Der BAKS möchte zum Verständnis der Generationen beitragen, die wertschätzende Wahrnehmung der älteren Generation in den Gemeinden fördern und sie in ihrer gottgewollten Berufung unterstützen.

3.  Aufgaben

Der BAKS hat die Aufgabe, die Interessen der Menschen ab 55  und deren Gruppen/Kreise in Kirche und Gesellschaft wahrzunehmen und zum Verständnis zwischen den Generationen beizutragen.

Er soll

      die Beteiligung, Gewinnung und Begleitung ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kirchengemeinden fördern, insbesondere Interesse und Bedürfnis an Aus- und Fortbildungsangeboten wecken, über Angebote informieren und entsprechende Angebote exemplarisch durchführen.

      über geistliche und seelsorgerliche Hilfen (Material und Angebote) in der dritten und vierten Lebensphase informieren, biblische Inhalte für die Arbeit mit älteren Menschen herausarbeiten, den Wert des Alters, seine zeitbedingten Chancen und Herausforderungen vom Evangelium her bedenken und das Bewusstsein in diese Richtung erweitern. 

      über die Lebenslage älterer Menschen beraten, Entwicklungen verfolgen, auf Chancen und Defizite aufmerksam machen.

      die Koordination und Kooperation unterschiedlicher Aktivitäten und Institutionen im Interesse älterer Menschen im Kirchenbezirk fördern.

      Anregungen zum bedarfsgerechten Ausbau vorhandener Angebote geben und die Beteiligung jüngerer Senioren anregen.

      auf neue und zusätzliche Aktivitäten aufmerksam machen, bei Bedarf ihre Umsetzung im Kirchenbezirk anregen und begleiten.                                                               

      Kontakte zu kommunalen und außerkirchlichen Institutionen (z.B. Arbeiterwohlfahrt u.a.) Arbeitsformen und Fortbildungsangeboten herstellen und gegebenenfalls Kooperationen anregen bzw. fördern. 

      Öffentlichkeitsarbeit und bewusst machen von speziellen Problemen im Alter im Blick haben z.B. Demenz/Alzheimer/orientierungslose Menschen.                                                                       

         ●      Referentenadressen und Programmideen vermitteln und weiter-geben.                                                                                                                      

Der BAKS schlägt von seinen Mitgliedern 2 Personen für die LageS (Landesarbeitsgemeinschaft evangelischer Senioren und Seniorinnen) für 4 Jahre dem Kirchenbezirksausschuss ( KBA) zur Benennung vor sowie einen Vertreter/eine Vertreterin für die  Zuwahl in die Bezirkssynode.                                   

Der BAKS arbeitet im Auftrag des KBA und informiert den Dekan, die Pfarrer/ Pfarrerinnen und Gemeinden regelmäßig über seine Arbeit.

Der BAKS - Kirchenbezirk Bernhausen - ist Mitglied der LageS.

4.  Zusammensetzung

Der BAKS setzt sich zusammen aus

a) den Delegierten der einzelnen Kirchengemeinden des Bezirks.         (bis zu 16) Dazu bestimmt der Kirchengemeinderat der jeweiligen Kirchengemeinde des Kirchenbezirks  Bernhausen eine Person aus dem KGR oder aus den Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern in der     Senio-renarbeit der Gemeinde für 4 Jahre und beauftragt diese, im BAKS kontinuierlich mitzuarbeiten und den KGR bzw. die Mitarbeitenden in der Seniorenarbeit regelmäßig zu informieren. Scheidet eine Person aus, beauftragt die entsendende Gemeinde bzw. der Kirchenbezirk  eine andere Person.

Eine Wahlperiode dauert 4 Jahre. Wiederwahl durch den Kirchenge-meinderat ist möglich.

b) dem vom Dekan bzw. der Pfarrerschaft beauftragten Pfarrer/ Pfarrerin aus dem Kreis der  Aktiven oder der Ruheständler. 

c) der vom Kirchenbezirk oder einer Gemeinde für diese Aufgabe freigestellten Diakonin /Diakon.

d) den bis zu 3 Personen, die - aufgrund ihrer Sachkenntnis oder Kontakte zu anderen in der Seniorenarbeit tätigen Institutionen – vom BAKS zugewählt werden können.

5. Arbeitsweise

Der BAKS wählt aus seiner Mitte einen Vorsitzenden/eine Vorsitzende und einen Stellvertreter/ eine Stellvertreterin auf 4 Jahre. Wiederwahl ist möglich.

Die Erstellung des Protokolls wird von den BAKS -Mitgliedern festgelegt. 

Der BAKS kann zur Bewältigung der Aufgaben, für Projekte oder besondere Fragestellungen Unterausschüsse bilden, die dem BAKS zuarbeiten.                                                            

Der BAKS trifft sich mindestens 2 mal im Jahr. Zu den Sitzungen wird rechtzeitig vom Vorsitzenden eingeladen.

Der BAKS beschließt mit einfacher Mehrheit der anwesenden Mitglieder

6. Finanzen

Die Arbeit des BAKS wird vom Kirchenbezirk über dessen Haushaltsplan finanziert und abge-rechnet. Rechtzeitig vor den Haushaltsplanberatungen ermittelt der BAKS seinen Bedarf im Gespräch mit dem Kirchenbezirksrechner.

Diese BAKS-Ordnung tritt durch den Beschluss des KBA vom 16.12. 2008 in Kraft