Aktuelle Nachrichten aus dem Bezirk
Evangelischer Kirchenbezirk entsendet Apothekerin nach Tansania – Erfreuliche Finanzentwicklung
Vor knapp 20 Jahren begann die Partnerschaft des Evangelischen Kirchenbezirks Bernhausen mit der anglikanischen Rift Valley-Diözese in Tansania. „Wir hatten lange den Wunsch, eine Fachkraft vor Ort zu haben“, sagte Dekan Rainer Kiess vor der Herbstsynode des Kirchenbezirks Bernhausen. Nun ist es soweit.
Die Apothekerin Elisabeth Schenk aus Gomaringen war schon einmal sechs Jahre in Tansania tätig, spricht neben Schwäbisch auch Suaheli. Sie wird ab Dezember in der Kleinstadt Manyoni eine Apotheke aufbauen. Bisher, berichtete sie, gebe es auf einem Gebiet von der anderthalbfachen Größe Baden-Württembergs keine einzige. Entweder die Menschen fahren 140 Kilometer weit nach Dodoma, oder sie riskieren Tabletten zweifelhafter Herkunft und Lagerdauer aus dem Tante-Emma-Laden. Im gleichen Gebäude wie die Apotheke werden eine Arztpraxis und ein medizinisches Labor eingerichtet.
Elisabeth Schenk wird sich auch für die tansanischen Kinder einsetzen, im Kindergottesdienst und in der Mitarbeiterschulung. Außerdem betreut sie die Partnerschaft, an der auch der Kirchenbezirk Urach beteiligt ist. Sie berät bei der Projektauswahl und achtet auf den korrekten Einsatz der Spenden. Für einen Teil ihres eigenen Lebensunterhalts ist sie ebenfalls auf Spenden angewiesen, den anderen Teil übernehmen die beiden Kirchenbezirke. Die Organisation des internationalen Einsatzes hat die Deutsche Missionsgemeinschaft (DMG) übernommen.
Durch die bessere Konjunktur bekommen Kirchengemeinden und Bezirk nächstes Jahr 3,5 Prozent mehr Kirchensteuern. Zugleich wirken die Einsparungen. „Mit unserem Diakonatsplan sind wir der Krise zuvorgekommen“, sagte Kirchenbezirksrechner Lothar Stäbler. Weil Kirchengemeinden, Förder- und Krankenpflegevereine einspringen, genügte die Kürzung von insgesamt 0,45 Stellenprozenten – bei 18 Diakonen- und Jugendreferentenstellen. Durch die bessere Finanzlage erhalten die zuschießenden Gemeinden und Vereine nun einen „Rabatt“ von 20 Prozent.
Für 2010 hatte Stäbler bei einem Haushaltsvolumen von rund zwei Millionen Euro einen Griff in die Rücklage von 54 000 Euro befürchtet, nun genügten 42 000 Euro. Für 2012 erwartet er erstmals wieder einen kleinen Überschuss. Die Diakoniestation auf den Fildern erwartet für das laufende Jahr ein leichtes Plus. Trotz besserer Bezahlung als bei privaten Pflegediensten mangelt es an Fachkräften. Geschäftsführerin Christine Beilharz dankte den rund 150 Mitarbeitenden für ihren großen Einsatz.
Seit 2010 müssen die Kirchengemeinden die Abschreibung ihrer Anlagegüter erwirtschaften, beispielsweise wird eine Kirche auf 75 Jahre abgeschrieben. Für diese Substanzerhaltungsrücklage verteilt der Bezirk bis 2015 jährliche Zuschüsse. Noch weiter hinaus ging der Blick beim Pfarrplan 2018. Dekan Kiess erwartet, dass von den derzeit 26,5 Pfarrstellen im Kirchenbezirk ein bis zwei gekürzt werden müssen. Doch Kiess lieferte auch positive Ausblicke. Im Frühjahr wird im Kirchenbezirk der von der Anglikanischen Kirche entwickelte msm-Fortbildungskurs angeboten. Er soll neue Formen der Gemeindearbeit außerhalb kirchlicher Lebenswelten fördern. In England hat sich der Kurs bereits in 40 Gemeinden bewährt, in Bernhausen ist er bundesweites Pilotprojekt.
geschrieben am 21.11.2011 um 11:25 Uhr.
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